Listening to customers

Auf die Kunden hören

Subaru hat immer den Ansatz verfolgt, dass auch beim Auto der Mensch zuerst kommt. Als eine der heißesten Automarken – 2016 konnten die Verkäufe in den USA das neunte Jahr in Folge gesteigert werden – plant das Unternehmen, seine Erfolgsgeschichte fortzusetzen, indem es seinen Kunden zuhört und hat hierfür wertvolle Ergebnisse aus Geräuschsimulationstests gewonnen.

Subaru hat in den USA seinen Marktanteil ebenso wie die Kundenbindung steigern können. Der Absatz des Modells Outback konnte in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 22,7 % gesteigert werden und der Dezember 2016 war der beste Monat überhaupt für Subaru of America. Somit fand das beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens auch einen erfolgreichen Abschluss.

Subaru hat untersucht, wie ein Auto nach Vorstellung seiner Kunden klingen sollte. Dabei wurden sehr interessante Entdeckungen gemacht. Fahrer von Limousinen, Kombis und SUV haben andere Wünsche, was Lautstärke, Klangcharakter und Geräuschrückmeldung betrifft, als die Fahrer der sportlichen Modelle. Und dies sogar dann, wenn dieselben Fahrer Autos beider Segmente besitzen.

Klangpräferenzen
Autokunden sind zunehmend sensibler geworden, was die Akustik betrifft. Daher spielt sie bei der Entwicklung neuer Modelle eine immer größere Rolle. Die Beziehung zwischen den physikalischen Größen eines Klangs und der menschlichen Wahrnehmung ist keineswegs starr festgelegt, vielmehr ändern sich die Erwartungen der Kunden im Laufe der Zeit.

Bei einer allgemein immer weiter steigenden Produktqualität unternehmen Autohersteller große Anstrengungen, um die verschiedenen Produkteigenschaften immer besser auf ihre Kunden abzustimmen. Aber wie können die Fahrzeughersteller sicherstellen, dass sie hinsichtlich NVH-Charakteristiken genau das liefern, was ihre Kunden sich vorstellen?

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Starke Partnerschaft
Ryan Plum, Manager der Abteilung Karosserie- und Fahrzeugevaluierung bei Subaru, sagte: „Die USA sind unser größter Markt und wir konnten dort deutliche Zuwächse erzielen. Wir möchten gerne diese Dynamik aufrechterhalten und auch künftig den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kunden gerecht werden.“

„Wir nutzen schon lange Messausrüstungen von Brüel & Kjær für unsere Tests“, erklärte Ryan Plum, „und wir haben mit ihnen im Laufe der Jahre bei unseren Tests von Vorbeifahrgeräuschen und Geräuschquellen als technische Partner zusammengearbeitet. Mit seinem technischen Know-how und dem hervorragenden, modernsten Dynamometer für Geräuschtests bei Karosserien von Allradfahrzeugen ist das Unternehmen Brüel & Kjær für uns schnell zu einem vertrauenswürdigen Partner geworden. Auch die örtliche Nähe des Centers für Anwendungsforschung zu unserem R&D-Büro in Ann Arbor trug hierzu bei.“

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„Das Center für Anwendungsforschung ist für uns von großem Wert“, bestätigte Katsuyoshi Tanaka, General Manager der Technischen Abteilung bei Subaru R&D. „Zugang zu einer erstklassigen Einrichtung – mit all ihren Geräten und Fachleuten – zu haben, wann immer wir ihn benötigen, ist für ein relativ kleines Unternehmen wie Subaru sehr wichtig. Das große Inventar an Testgeräten und das Wissen, wie (sie) man diese auf innovative Weise nutzen und anwenden kann, gibt uns einen starken Partner, auf den wir uns verlassen können.“

Analysen von Transferpfaden
Um die Stärken und Schwächen von Geräuschen und Vibrationen besser zu verstehen, hat Subaru zahlreiche gründliche Untersuchungen an eigenen Fahrzeugen und Fahrzeugen der Wettbewerber vorgenommen. Hierbei wurden objektive Daten ebenso wie subjektive Eindrücke erhoben

Die Quellen von vibroakustischen Emissionen ausfindig zu machen, die der Fahrer hört und spürt, ist bei der Konstruktion von komfortablen Fahrzeugen unerlässlich. Um zu verstehen, wie Vibrationen sich von ihrer Quelle bis zum Fahrer fortpflanzen, werden Analysen von so genannten Transferpfaden durchgeführt. Hierdurch kann man Einblicke in die Quellen eines bestimmten Geräusches erhalten und es zurück bis zu seinem Ursprung verfolgen, etwa einer bestimmten Motoraufhängung.

2016 wurde an einem Subaru Prototyp gemeinsam mit dem Global Engineering Service von Brüel & Kjær ein Transferpfadprojekt zu Straßengeräuschen unter verschiedenen Einsatzbedingungen durchgeführt. Ziel war es, ein testbasiertes Modell von Transferpfaden zu erstellen, um die Geräuschbeiträge der verschiedenen Quellen vorherzusagen und die Hauptquellen und Pfade dieser Geräusche zu erkennen. Bei der Analyse wurden Geräusche danach unterschieden, ob sie aus dem Fahrzeug oder der Luft stammten sowie ob sie eher vorn oder hinten auftraten. Die Ergebnisse wurden herangezogen, um die wesentlichsten Quellen und Pfade für den Eindruck des Fahrers ausfindig zu machen.

„Wir waren in der Lage, durch eine sehr detaillierte und spezifische Methodik unerwünschte NVH-Charakteristiken zu finden und zu beseitigen. Diese Tests waren also sowohl hinsichtlich der Problemquellen als auch hinsichtlich der Modellierung des Fahrzeugs erfolgreich und führten zu Problemlösungsstrategien“, erklärte Ryan Plum.

Nordamerikanische Studie mit Testpersonen
Um sicherzustellen, dass der Prototyp die Erwartungen der nordamerikanischen Kunden erfüllt, wurde ein weiteres Projekt entwickelt, um ein solides Qualitätsziel festzulegen. Mit dem Brüel & Kjær NVH-Simulator wurde eine subjektive Bewertung durch Testpersonen durchgeführt. Ziel war es, mit fünf Fahrzeugen (drei tatsächlich gemessenen und zwei digital modifizierten) einen Test zu erstellen, um die Kundenwünsche hinsichtlich der Merkmale des Motorgeräusches zu erkennen.

„Wir nutzen schon lange Messausrüstungen von Brüel & Kjær für unsere Tests.”
Ryan Plum - Manager, Body & Vehicle Evaluation, Subaru

Der NVH-Simulator kann die Geräusche und Vibrationen eines Fahrzeugs in einer interaktiven Umgebung genau simulieren. Die Testperson erlebt die Geräusche und Vibrationen eines realen oder virtuellen Fahrzeugs, während sie durch eine virtuelle Szenerie „fährt“. Der Simulator reagiert auf das Verhalten der Testperson und erzeugt Geräusche und Vibrationen, wie sie dem jeweils modellierten Fahrzeug entsprechen. Außerdem wird eine entsprechende visuelle Szenerie erzeugt. Genau wie in einem realen Fahrzeug werden die auf die Testperson einwirkenden Reize durch Straßenbelag, Geschwindigkeit, Drehzahl und Beschleunigung beeinflusst.

„Die in einer neutralen, entspannenden und sogar unterhaltsamen Umgebung erzielten Ergebnisse der Testpersonen im NVH-Simulator haben uns geholfen, zu verstehen, was die Kunden mögen und nicht mögen, und zwar auf eine Weise, die jeder verstehen kann – vom erfahrenen NVH-Techniker bis zum Vorstandsmitglied des Unternehmens” stellte Ryan Plum fest.

Leistung und Komfort
Das Simulatormodul (das VSound™ System) von Brüel & Kjær wurde auch dazu genutzt, die Präferenzen der Fahrer von realen Fahrzeugen festzustellen. „Mit dem Geräuschsimulator haben wir Tests durchgeführt, um die ‚blinden‘ Präferenzen von Fahrern sowohl in unserem sportlichen Segment als auch in unserem Standardsegment zu erkennen. Es geht also nicht nur um sportliche Leistung, sondern auch um Komfort“, erklärte Ryan Plum.

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„Wir konnten unsere bisherigen Geräusche feinabstimmen, um verschiedene Dinge auszuprobieren, darunter auch völlig neue‚ virtuelle Fahrzeuge. So konnten wir erkunden, wie weit wir bei aggressiven oder sportlichen Geräuschen gehen können, die Kunden in den Autos haben möchten, die sie täglich fahren. In einigen Fällen haben wir auch wirklich klare Rückmeldungen dazu erhalten, was unsere Kunden nicht mögen.”

„Der Simulator ist wirklich ein mächtiges Werkzeug. Und der Umstand, dass es direkt in unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit integriert wurde, ist großartig“, sagte Katsuyoshi Tanaka. „Ein Besuch im Centers für Anwendungsforschung, um den Simulator auszuprobieren, gehört jetzt schon zum festen Programm aller NVH-Techniker, die Michigan besuchen!“

Weiter zuhören und lernen
Subaru nutzt die Ergebnisse der verschiedenen Studien, um zu entscheiden, welche Geräusch und Designtechnologien im Hinblick auf die Kundenwünsche in verschiedenen Segmenten künftig genutzt werdensollen und welche nicht kosteneffizient sein würden. „Wir setzen diese Studien fort, um die idealen Motorcharakteristika für ein Segment zu finden. Dadurch sparen wir viel Zeit und Geld. So vermeiden wir es auch, bei der Entwicklung der Fahrzeuggeräusche völlig daneben zu liegen“, sagte Ryan Plum.

„Wir möchten gerne unsere Partnerschaft mit Brüel & Kjær weiterentwickeln. Mit jedem neuen Projekt gewinnen wir mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten und den Wert, den sie für Subaru darstellen. Wir haben noch eine ganze Reihe von Projekten geplant – nicht nur als Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit, sondern auch in neue Richtungen der Partnerschaft,” so Ryan Plum abschließend.